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J. Caspers, A. König und J. Wenzel   William Engelen   Kathrin Horsch   Marcel Türkowsky
 
Jan Caspers, Anne König und Jan Wenzel
Jan Caspers (*1970), Anne König (*1971) und Jan Wenzel (*1972) arbeiten sowohl künstlerisch als auch publizistisch und journalistisch. Im Rahmen des Projekts AusFlughafenSicht, das das Thalia Theater Halle im Sommer 2008 am Flughafen Leipzig/Halle veranstaltete, sind sie bei ihrer Recherche vor Ort auf die bis dahin verdeckt stattfindende militärische Nutzung des Flughafens gestoßen. Zum Thema der Zwischenlandung von US-Soldaten auf dem Weg in Kriegsgebiete erstellten sie einen Scherenschnitt-Fries, sowie – gemeinsam mit Vera Tollmann – eine Zeitung zu Flughafen relevanten Themen.
Die Arbeit mit dem Titel Was Du wissen solltest (Die Zukunft) (2008) wurde vom Geschäftsführer des Flughafens, Eric Malitzke, zensiert und durfte im Flughafen nicht als Teil des Projekts gezeigt werden – ein Ereignis, das bundesweit in den Feuilletons besprochen wurde und dem Thema erst recht Öffentlichkeit bescherte. Für die Ausstellung in Hildesheim haben die Künstler das Wandbild den Maßen des obersten Raums im Kehrwiederturm angepasst und ihr Material teilweise akustisch aufgearbeitet: in einem Zusammenschnitt ihres Interviews mit Eric Malitzke sowie in der Inszenierung von Ausschnitten aus einem Blog des US-Soldaten John Sotham.
Es wird deutlich, wodurch das Handeln des Geschäftsführers motiviert ist und wie smart er die globalen Zusammenhänge im Kontext der Debatte um lokale Arbeitsplätze zu relativieren weiß.
Zusammen mit den Scherenschnitten und der an einer Wand ausgehängten Zeitung werden die vermeintlich ausschließlich zivile Nutzung des Flughafens, die Flughafen-Betriebsküche sowie die Militär-Einsätze in Afghanistan und Irak zueinander in Beziehung gesetzt. Innerhalb dieser Arbeit wird der Originalton Eric Malitzkes zur dokumentarischen Erzählung. Seine Stimme und die von ihr souverän und dramaturgisch spannend transportierte Erzählung führen eindrucksvoll Erklärung und Rechtfertigung als rhetorische Erzählform vor.
Eric Malitzke hören: John Sotham hören: