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J. Caspers, A. König und J. Wenzel   William Engelen   Kathrin Horsch   Marcel Türkowsky
 
William Engelen
William Engelen (*1964) bewegt sich zwischen bildender Kunst und Musik. Seine häufig humorvollen Arbeiten finden ebenso im öffentlichen Raum wie in Galerien und Konzertsälen statt. In seiner für Lieber Künstler, erzähle mir! entwickelten Arbeit Ich ruf Dich morgen wieder an (2008) realisiert William Engelen die Anrufung des Ausstellungs-Titels ganz direkt, indem er „der Ausstellung“ über ihren Zeitraum hinweg Kürzest-Geschichten erzählt.
Als akustische Medien wählt er dafür einen Anrufbeantworter und sein Handy. Mit dem Handy sendet er wochentags jeweils eine SMS an eine Festnetznummer in Hildesheim. Dort springt nur der AB an, und die SMS wird von einer Computerstimme auf Band gesprochen. Die Aufnahmen können in der Ausstellung wieder abgespielt werden – kommuniziert wird von Maschine über Maschine zu Maschine, ein Gespräch kommt nicht zustande.
Der Kehrwiederturm selbst ist an kein Telekommunikationsnetz angeschlossen und stellt nur für die Dauer der Ausstellung mit dem Anrufbeantworter auf Empfang. „Wie viel Emotion kann die Computerstimme enthalten?“ war eine der Fragen, die William Engelen bei dieser prozesshaften Arbeit interessierte. Durch die Kurzform SMS, mit der Beziehungen beendet und banale Verlautbarungen der eigenen Existenz verschickt werden, ironisiert Engelen das Thema der Ausstellung und nimmt es zugleich beim Wort. Mit seinen 20 unterschiedlichen akustischen Text-Nachrichten von dadaistischer Komposition bis zur persönlichen Alltagserzählung lotet er die Möglichkeiten dieser Medien-Verkettung in ihren dramaturgischen und technisch-akustischen Grenzen aus.
Ich ruf Dich morgen wieder an hören:
 
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